Von Jugendlichen für Jugendliche: In co-kreativen Workshops entstanden im vergangenen Jahr innovative Formate für unsere digitale Lernplattform „Natur Entdecken Online“ (NEO) zu Regenwald und nachhaltigem Konsum und Ideen für Museumsaktionen. Das Ziel des Projekts des LIB und der Alexander-Koenig-Gesellschaft: echte Mitbestimmung. Die teilnehmenden Jugendlichen haben einen Fluchthintergrund und leben erst seit wenigen Jahren in Deutschland. Leo, Delicia und Kavin berichten von ihren Erlebnissen zwischen Palmöl-Checks, Videodrehs und neuen Freundschaften.
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Delicia, 12 Jahre
„Es war eine tolle Erfahrung, so eng mit dem Team des Museums und anderen Jugendlichen zusammenzuarbeiten. Ich habe das Museum viel besser kennengelernt und sehr viel über die Forschung erfahren. Besonders gefallen hat mir die Regenwald-Ausstellung. Zu Hause schaue ich jetzt viel genauer hin: Ich esse weniger Fleisch, achte beim Einkaufen auf Labels und vermeide Palmöl.
Wir möchten auch anderen Jugendlichen zeigen, dass wir alle Teil der Natur sind und wie wir sie schützen können. Damit sie Regenwälder entdecken können, auch wenn sie nicht ins Museum kommen, gestalten wir eine Seite auf NEO mit Spielen. Wir planen außerdem zusammen mit dem Museums-Team eine große Veranstaltung. Darauf freue ich mich schon sehr.
In den Workshops habe ich viele neue Freundinnen und Freunde gefunden, die genau wie ich über die Umwelt denken. Besonders toll fand ich es, dass wir Verantwortung übernehmen konnten. Wir hatten viele gute Ideen und haben es immer geschafft, uns zu einigen. Ich finde, wir Jugendlichen sollten noch öfter mitentscheiden dürfen, weil unsere Meinung wichtig ist.“
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Kavin, 11 Jahre
„Früher war ich im Museum nur Besucher, aber jetzt fühle ich mich als Teil des Museums – das ist schon cool. Es war total interessant, gemeinsam Ideen zu entwickeln. Besonders wichtig war es mir, dass wir am Anfang Regeln aufgestellt haben: Wir lassen uns gegenseitig ausreden und sind nett zueinander. Wenn es mal unterschiedliche Meinungen gab, haben wir darüber abgestimmt, was wir umsetzen.
Es war spannend zu lernen, wie das Ökosystem Regenwald funktioniert und warum Regenwälder so wichtig sind. Besonders interessiert hat mich das Thema Essen: Ich fand es toll herauszufinden, worauf ich beim Einkaufen achten kann – zum Beispiel bei den Süßigkeiten für den Geburtstag meiner Mutter.
Obwohl ich eigentlich sehr schüchtern bin, habe ich mich getraut, Interviews zu geben und zu singen. Das hat mich mutiger gemacht. Ich sage jetzt auch eher meine Meinung. Es wäre toll, wenn die G.O.A.T.-Gang weiterhin mitbestimmen könnte. Schließlich wissen wir Kinder am besten, was anderen Kindern im Museum gefällt.“
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Leo, 13 Jahre
„Wir haben uns den Namen G.O.A.T.-Gang (Greatest of all Times) gegeben, und ich finde ihn richtig cool. Es hat viel Spaß gemacht, gemeinsam den Regenwald zu entdecken. Ich habe immer wieder gerne bei den Workshops mitgemacht.
Mein absolutes Highlight war es, gemeinsam einen Rap-Song aufzunehmen. Das hat mich noch lange danach glücklich gemacht – obwohl ich mich anfangs nicht getraut habe. Sogar meine Angst vor Kameras habe ich für ein Fernsehinterview überwunden. Ich war sehr stolz, als ich mich im Fernsehen gesehen habe und das Rap-Video meinen Freunden zeigen konnte.
Ich fand es toll, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Wir haben in der Gruppe richtig gut zusammengearbeitet und uns gegenseitig inspiriert. Es hat sich sehr gut angefühlt, dass mir zugehört wurde und meine Ideen wichtig waren. Ich fände es schön, wenn wir noch ganz oft Workshops im Museum hätten und mitgestalten könnten. Ich wäre auf jeden Fall dabei!“