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Ein neues Naturkundemuseum für Hamburg

Hamburg bekommt ein neues Naturkundemuseum. Fest verankert im Stadtbild, soll es ein Ort des Wissens und der Begegnung werden. Damit würde eine Lücke in der Hamburger Museumslandschaft geschlossen, die 1943 im Zweiten Weltkrieg mit der Zerstörung des bedeutenden Naturhistorischen Museums entstanden ist. Der futuristische Elbtower könnte die neue Heimat werden.

„In einer Zeit globaler Umweltkrisen sind Orte wichtig, die Wissen nicht nur bewahren, sondern in konkretes gesellschaftliches Handeln übersetzen“, betont LIB-Generaldirektor Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Misof: „Deshalb braucht Hamburg gerade jetzt ein neues Forschungsmuseum. Wir sind überzeugt: Es wird für Hamburg und weit darüber hinaus eine große Rolle spielen.“ Mit dem neuen Museum entsteht ein lebendiger Ort der Zukunftsgestaltung, an dem Forschung, Bildung und öffentlicher Dialog zusammenwirken: Ein Haus, in dem Besuchende über die Wunder der Natur staunen und die lebenswichtige Bedeutung der Biodiversitätsforschung erfahren. Von hier aus soll exzellente Forschung Impulse für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft liefern – mit dem Ziel, Natur langfristig zu erhalten.
Die Stadt Hamburg hatte sich 2021 im Staatsvertrag mit dem Land Nordrhein-Westfalen verpflichtet, für das LIB ein modernes Forschungs- und Ausstellungshaus an prominenter Stelle zur Verfügung zu stellen. Geplant sind moderne Forschungslabore, eine innovative, interaktive Ausstellung sowie neue Räume für die bedeutende wissenschaftliche Sammlung.

„Es muss dringend etwas passieren, damit dieser Kulturschatz erhalten bleibt und besser beforscht werden kann.“

Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Misof

Ein Einzug in ein Gebäude wie den Elbtower würde nicht nur zukunftsweisende Sammlungs-, Forschungs-und Ausstellungsflächen schaffen. Am neuen Ort wäre es auch möglich, die international bedeutende Sammlung besser zugänglich zu machen, um so Wissen für die Forschungsgemeinschaft wie für eine breite Öffentlichkeit bereitzustellen.
Die über zehn Millionen Sammlungsobjekte dokumentieren die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Sie stellen einen einmaligen Einblick in die Beschaffenheit und Veränderungen der Natur dar. An ihnen lässt sich beispielsweise erforschen, wie sich Tiere in der Vergangenheit an veränderte Umweltbedingungen angepasst haben. „In den jetzigen Räumen sind die Bedingungen für die Bewahrung und Erforschung der Sammlung jedoch absolut unzureichend – etwa bei Belüftung, Beleuchtung, Klimatisierung und Schädlingsschutz”, so Misof. „Es muss dringend etwas passieren, damit dieser Kulturschatz erhalten bleibt und besser beforscht werden kann.”

Maryam Blumenthal
Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

„Die Natur als Grundlage des Lebens können wir nur erhalten, wenn wir sie verstehen. Und um sie zu verstehen, brauchen wir eine erlebbare Wissenschaft mitten in unserer Stadtgesellschaft. Deshalb ist es gerade in der Biodiversitäts-und Evolutionsforschung so wichtig, dass Forschung und Wissensvermittlung durch innovative Formate zusammenkommen und Erkenntnisse nicht nur gewonnen werden, sondern auch erfahrbar werden. Genau dafür steht das neue integrierte Naturkundemuseum in Hamburg: Es soll ein Treffpunkt für alle sein – ein Ort zum Staunen, Lernen und Diskutieren. Denn was hier erforscht wird, geht uns alle an.“

Familie Djebeli aus Bayern
Morteza mit Lilly und Lenny (beide 6)

„Wenn wir in Hamburg sind, gehört ein Besuch im Museum der Natur für uns immer dazu. Für mich ist es ein Ort, an dem meine Kinder spielerisch lernen und wir gleichzeitig eine richtig gute Zeit zusammen haben. Ein neues, größeres Museum würde dieses Erlebnis noch einmal ganz anders möglich machen – darauf freuen wir uns sehr.“

Axel Jahn
Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung

„Die biologische Vielfalt auf unserem Planeten ist von unermesslicher Bedeutung für unser aller Überleben. Unsere Ernährung, unser Trinkwasser, die Luft zum Atmen und gesunde, ertragreiche Böden hängen von ihren Ökosystemleistungen ab. Deshalb ist es eine vorrangige Menschheitsaufgabe, diese Vielfalt zu erforschen, zu verstehen und zu bewahren. Dafür engagieren wir uns als Loki Schmidt Stiftung. Und dafür braucht Hamburg ein großes, modernes und leistungsfähiges Naturkundemuseum, in dem diese Zusammenhänge erforscht und in einer modernen Ausstellung verständlich und erlebbar präsentiert werden.“

Familie Horch aus Hessen
Mandy (39) & Patrick (43) mit Valentin (12) und Zoë (9)

„Naturkundemuseen gehören für uns zu jeder Reise dazu – auch hier in Hamburg. Wir freuen uns sehr auf ein neues Haus, das noch mehr Möglichkeiten bietet, Natur gemeinsam zu entdecken. Uns ist wichtig, dass unsere Kinder nicht nur Tiere kennenlernen, sondern auch verstehen, wie wir mit ihnen und ihrer Umwelt verbunden sind. Gerade interaktive Angebote, bei denen man selbst aktiv werden kann, machen für uns den Unterschied."

Dr. Peter Tschentscher
Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

„1843 beschloss die Bürgerschaft die Gründung eines Naturhistorischen Museums. Das Gebäude am Steintorwall wurde 1891 von der Stadt errichtet und entwickelte sich zum meistbesuchten Naturkundemuseum Deutschlands – bis es 1943 infolge von Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg niederbrannte. Ein Teil der Sammlung konnte gerettet werden und wurde von der Universität Hamburg übernommen. Mit dem neuen Naturkunde- und Forschungsmuseum ‚Evolutioneum’ soll nun ein zentraler Ort entstehen, um die rund zehn Millionen Objekte aufzunehmen und zu bewahren, um die Sammlung für die weitere Erforschung der Evolution und Biodiversitätsentwicklung zu nutzen und sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.“

Britta Heils
Schuldirektorin, Schule an der Bahrenfelder Straße

„Hamburg braucht ein neues Naturkundemuseum als Erfahrungsort zum Anfassen, Ausprobieren, und Forschen, um die Neugier bei Kindern und Jugendlichen auf Natur und Wissenschaft zu wecken, zu begeistern und ihnen auf anschauliche Weise das Verständnis ökologischer Zusammenhänge näherzubringen. Ökologische Themen von aktueller Bedeutung wie Artenwandel, Biodiversität und Klimawandel können in einem solchen Museum verständlich vermittelt und in Zusammenhang mit dem eigenen Handeln gebracht werden. Kinder und Jugendliche sollen möglichst früh befähigt werden, nachhaltig zu denken und zu agieren und dabei Fertigkeiten für ihre Zukunft trainieren.“

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